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Tittling im Lichte der Geschichte

Unter Kaiser Heinrich II. wurde um 1010 das Staatsforstgebiet des Nordwaldes aufgeteilt. Einen Streifen östlich der Ilz bekam das Kloster Niedernburg, das spätere Hochstiftsland („Bistum“) Passau. Östlich des genannten Flusses, bis etwa nach Hengersberg, ging ein Gebietsstreifen von den Bayerwaldbergen bis zum Donauland an das Bistum Bamberg, das der Kaiser 1007 gegründet hatte. Dieses Gebiet wurde der neu errichteten Grafschaft Windberg zugewiesen. Es sollte von den Grafen von Vornbach erschlossen und besiedelt werden. Schon 1122 erlosch jedoch dieses Geschlecht, ohne dass es gelungen war, ein Herrschaftsgebiet aufzubauen. Herrschaftsräume bauten aber die Bamberger Bischöfe auf im Bereich unseres Dreiburgenlandes, das Kloster Niederaltaich unter der Vogtei der Grafen von Bogen im Waldland um Rinchnach, die Grafen von Hals im Raum um Grafenau und die Bischöfe von Passau. Das Bamberger Herrschaftsgebiet umfasste unser Dreiburgenland mit 312 Höfen in 91 Ortschaften. Schon um 1300 bestanden fast alle Ortschaften unserer heutigen Gemeinde.

Wann Tittling genau entstand, wissen wir nicht. Die vielen „-ing“ Orte des Umlandes sprechen für eine relativ frühe Besiedlung, aber „-ing“ Orte entstanden auch noch im 10. Jahrhundert. Der Anführer der ersten Siedlungsgruppe mag Tutilo geheißen haben, davon soll sich der Ortsname ableiten.

Tittling wird eine Hofmark

Die alten Hochadelsherrschaften verfielen mit der Zeit, ihr Erbe traten die Wittelsbacher an, die 1180 mit Bayern belehnt worden waren und nun ein flächendeckendes Herrschaftsgebiet errichteten. Ein Großteil des einstigen Herrschaftslandes des hohen Adels kam an den bayerischen Staat.

Aber auch Landadelige, die aus der Ministerialität hervorgegangen waren, brachten großen Grundbesitz an sich und errichteten sogenannte „Hofmarken“. Sie hatten die niedere Gerichtsbarkeit und führten alle Verwaltungsaufgaben aus, für die heute die Gemeinden und viele andere Behörden zuständig sind. Auch Tittling wurde 1396 eine solche Hofmark unter den Puchberger Rittern, die auch Fürstenstein besaßen und die Englburg erbauten.

Blütezeit und Ende der Adelsherrschaft

1155 ist der Adelssitz Tittling sicher urkundlich bezeugt. Um 1290 kaufte der bayerische Herzog diesen alten Adelssitz, der damit zum Kammergut des Landesherrn wurde. Schon um 1322 bekam der verkehrsmäßig günstig gelegene Ort die Marktrechte und konnte sich gut entwickeln.

Eine wichtige Handelsstraße führte einst aus Böhmen von Bergreichenstein über Grafenau nach Vilshofen und über Tittling nach Passau (Hals). Sie wurde von den Burgen aus geschützt.

Den Puchberger Rittern folgte eine Reihe anderer adeliger Hofmarksherren, bis schließlich 1730 der Graf von Taufkirchen auf Englburg die Hofmark Tittling erwarb. Mitte des 19. Jahrhunderts verfielen die alten Adelsherrschaften, die Bauern wurden Eigentümer ihrer Höfe, die Gerichtsrechte zog der Staat ein. Ab 1808 wurden politische Gemeinden gebildet. Der Tittlinger Gutsbesitz verfiel ebenfalls und wurde in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts versteigert und kam so in bürgerliche Hände.

Notzeiten für die Bevölkerung

Not und Elend verursachten Kriege (Hussiten, Schweden, Panduren) und Brände. Der große Marktbrand von 1803 verwüstete den Ort bis auf zehn Häuser. Vom Schloss blieb nur das „Grafenschlößl“ übrig, das heute das Rathaus beherbergt.

In den letzten Kriegstagen 1945 kam es zu zerstörerischen Kampfhandlungen. Nach dem Kriegsende entstand im Ortsteil „Insel“ für einige Monate ein Gefangenenlager für über 10.000 deutsche Soldaten.

Die Marktgemeinde heute

Tittling ist seit jeher der zentrale Ort des sogenannten „Dreiburgenlandes“, das seinen Namen von den drei nahegelegenen Burgen „Englburg“, „Fürstenstein“ und „Saldenburg“ ableitet.

Durch Herstellung und stete Verbesserung einer umfassenden Infrastruktur, Ausweisung und Bereitstellung von Gewerbe- und Wohnsiedlungsgebieten, Schaffung zahlreicher Einrichtungen für Freizeit und Erholung, Aufbau eines guten Vorschul-, Schul-, Bildungs- und Kulturangebotes und Verbesserung des Gesundheitswesens wurde die Attraktivität des Ortes ständig gesteigert.

Ein breit gefächertes Vereinsangebot erhöht die Lebensqualität.

Das Wohn- und Pflegeheim St. Marien bietet Senioren ein umsorgtes Zuhause.

Dank der günstigen Lage zwischen Passau und dem Nationalpark Bayerischer Wald und einer Reihe von Freizeiteinrichtungen am Ort und in der nahen Umgebung ist der staatlich anerkannte Erholungsort Tittling ein gern besuchter Urlaubsort.

Ein kultureller und touristischer Anziehungspunkt ist das in privater Initiative aufgebaute „Museumsdorf Bayerischer Wald“ am Dreiburgensee, eines der größten Freilichtmuseen Europas.

Von Tittling aus operiert weltweit das bekannte Reiseunternehmen „Rotel Tours“.

Weiterführende Links: Bausteine für eine heimatkundliche Sammlung

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